Beitrag erstellt am Mittwoch, 19. August 2020 von Kjeld Jensen

5 wichtige Aspekte, die Sie bei der Einführung einer automatisierten Zählerauslesung berücksichtigen sollten

Als DIN Forsyning vor kurzem eine völlig neue Technologie zur Zählerauslesung getestet hat, war dies nicht der erste Versuch im Bereich Fernauslesung. Aber als eines von Dänemarks größten Versorgungsunternehmen nimmt man seine Rolle, die technologische Entwicklung zu beeinflussen, äußerst ernst. Zudem sollen auch kleinere Versorger von den eigenen Erfahrungen profitieren. In diesem Blog-Beitrag teilt Betriebsleiter Keld Jensen seine fünf wichtigsten Erkenntnisse zur Implementierung einer automatisierten Zählerauslesung.
Bei DIN Forsyning haben wir in puncto Zählerauslesung bereits etliche Erfahrungen gemacht. Diese reichen von manuellen Auslesungen mit Tausenden handgeschriebener Karten bis zur Datenerfassung per Müllwagen. Von Drive-by bis zu verschiedenen Formen der Netzwerkauslesung und zuletzt Kamstrups neuer linkIQ®-Technologie. Dass wir mit so vielen unterschiedlichen Systemen in Berührung gekommen sind, ist größtenteils das Ergebnis mehrerer Fusionen, die es bei uns im Laufe der Zeit gab. Dies hat zu einem ausgedehnten Versorgungsgebiet geführt. 
Wir haben uns immer verantwortlich gefühlt, das auf diese Weise gesammelte Know-how mit unseren Kollegen in der Versorgungsbranche zu teilen – letztlich zu unserem gegenseitigen Vorteil. Im Folgenden werde ich daher auf die Aspekte eingehen, die nach meiner Meinung zu den wichtigsten Überlegungen gehören, die jedes Versorgungsunternehmen anstellen sollte, das eine Lösung zur automatisierten Zählerauslesung in Betracht zieht.

1. Aspekt: Legen Sie Ihre Anforderungen fest

Unser Ziel bei DIN Forsyning ist es, Daten ausschließlich per Fernauslesung zu erfassen. Allerdings weist unser Versorgungsgebiet beträchtliche Unterschiede auf, die verschiedene Arten der Fernauslesung erfordern. Das spiegelt sich in der Anzahl der von uns genutzten Technologien wider. In der Stadt Esbjerg zum Beispiel findet sich überall Beton, während in den kleineren Städten häufig Viertel anzutreffen sind, in denen Einfamilienhäuser dominieren . Die ländlichen Gebiete wiederum sind geprägt von Hügeln und Tälern, mit mehreren hundert Metern Abstand zwischen den Häusern.

 

Ein weiterer wichtiger Faktor betrifft Ihre Anforderungen hinsichtlich Betrieb und Wartung. Wie möchten Sie Ihre Ressourcen einsetzen? Für uns ist es ein zentraler Schwerpunkt, die Stundenzahl zu begrenzen, die wir für Reparaturen und Service aufwenden. Dadurch steht uns diese Zeit stattdessen für Aufgaben zur Verfügung, die Mehrwert schaffen – etwa zur Optimierung unseres Netzwerks und gezielten Beratung unserer Kunden.

Die Tatsache, dass es selten einen universellen Ansatz gibt, ist bei Smart Metering nichts Neues. Ich erwähne dies trotzdem, um zu verdeutlichen, wie wichtig es ist, Ihre (gesamten) Anforderungen gründlich unter die Lupe zu nehmen, bevor Sie die dazu passende(n) Lösung(en) auswählen. Dies bringt mich zum zweiten Punkt.

2. Aspekt: Lassen Sie sich nicht blenden

Allzu leicht lässt man sich von der Vorstellung verführen, welche Möglichkeiten mit der nächsten Generation von Zählern oder Systemen zur Verfügung stehen könnten. Oder mit der übernächsten. Doch es ist wichtig, sich nicht auf die Chancen und Funktionen zu konzentrieren, die irgendwann in ferner Zukunft möglich sein könnten. Vielmehr gilt es, das Augenmerk darauf zu richten, was Sie heute und morgen benötigen. Denken Sie auch daran, dass es bei jeder neuen Technologe in der Anfangsphase zu Problemen kommt. Entsprechend länger dauert es, bis die versprochene Leistung zur Verfügung steht. Unserer Erfahrung nach ist das, was auf dem Papier steht, nicht immer das, was Sie auch erhalten. 

Ständig entstehen neue Technologien. Doch als öffentliches Versorgungsunternehmen ist es unsere Pflicht, das Geld unserer Kunden optimal einzusetzen. Das bedeutet, man muss einen langfristigen Plan besitzen, aber Investitionen wählen, die in absehbarer Zeit Mehrwert schaffen. 


3. Aspekt: Wählen Sie den richtigen Partner

Der dritte Punkt auf meiner Liste ist vielleicht der beste Rat, den ich Ihnen geben kann: Stricken Sie keine eigene Notlösung – das geht selten gut. Schließen Sie sich stattdessen mit einem erfahrenen Lösungsanbieter zusammen, der weiß, wovon er redet. Er kann Ihnen von Anfang bis Ende Ihres Projekts die Hilfe und Beratung bieten, die Sie benötigen.

Wer unbekanntes Terrain betritt, hat zwangsläufig eine steile Lernkurve vor sich. Das gilt für alle Beteiligten. Wählen Sie deshalb einen Partner aus, dem Sie vertrauen und mit dem Sie einen offenen und ehrlichen Dialog führen können – ganz gleich, ob sich die Dinge nach Plan entwickeln oder nicht.


4. Aspekt: Seien Sie der richtige Partner

Die Bedeutung von guten Partnerschaften ist nicht auf Lieferanten beschränkt. Ziehen Sie auch potenzielle unternehmensübergreifende Kooperationen in Erwägung. Wir haben bei mehreren Gelegenheiten benachbarte Versorgungsunternehmen kontaktiert, um eine etwaige Zusammenarbeit auszuloten. Diese Partnerschaften helfen häufig, nicht nur die Kosten Ihrer Investitionen zu senken, sondern auch, deren Effizienz zu verbessern. Die Formen der Zusammenarbeit sind äußerst vielfältig. Es kann etwa darum gehen, ein Funknetzwerk mit einem Versorgungsunternehmen aus der Nähe zu teilen oder Zählerdaten direkt für einen anderen Versorger zu erfassen und bereitzustellen. Aber natürlich fällt auch der Wissensaustausch darunter, der insbesondere für kleinere Versorgungsunternehmen nützlich ist. 

5. Aspekt: Ermitteln und dokumentieren Sie alle Details

Von Anfang an haben wir einen klar strukturierten Ansatz für den Rollout und Test unseres linkIQ®-Netzwerks verfolgt. Dadurch konnten wir sicherstellen, so viel Know-how und so viele Erkenntnisse wie möglich zu sammeln. Beispielsweise umfasste der Feldtest 34 Testzähler, die 90 unserer Mitarbeiter abwechselnd mit nach Hause nahmen, um festzustellen, wie sich unterschiedliche Bedingungen und Szenarien auswirken. Alle füllten ein Formular aus, das Details abfragte wie den Typ und das Baujahr des Hauses, ob der Zähler in einem Raum mit oder ohne Fenster platziert wurde etc. Ebenso systematisch gingen wir bei der Installation der Antennenstandorte vor. Dazu besuchten wir jede Adresse, um spezielle Standortspezifikationen aufzunehmen und alle installationsrelevanten Aspekte zu dokumentieren. 

Wir haben zwar bereits zuvor Feldtests durchgeführt, unsere Ergebnisse aber nicht sofort festgehalten, sodass sie am Ende in Vergessenheit gerieten. Diesmal wurde alles erfasst, und jeder wusste, was zu tun war. Nun haben wir ein sehr konkretes Bild vor Augen, welche Möglichkeiten diese Technologie bietet.  

 

Zukunftsträchtige Chancen ergreifen

Ganz am Anfang kosteten uns manuell auszufüllende Ablesekarten, fehlerhafte Auslesungen, Nachforschungen und Kundenanfragen im Rahmen unserer jährlichen Auslesung eine Menge Zeit und Geld. 10 Mitarbeiter hatten 14 Tage lang damit zu tun, die gesamten Daten in unserem Computersystem zu erfassen und zu speichern. Heute ergibt sich für uns dank automatisierter Netzwerkauslesung ein völlig anderes Maß an Effizienz – ganz zu schweigen von einer neuen Palette an Optimierungsmöglichkeiten für unser Netzwerk, unsere Prozesse, die Wartung und die Kundeninteraktion. Wir sind noch nicht am Ziel, aber wir haben schon einiges erreicht.

 

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