Mehr Freiheit für den Wasserversorger

Fernauslesung, Datenaufbereitung, Drittanbieter

Der Wasserversorgungsbetrieb der Stadtwerke Bad Krozingen versorgt ungefähr 4.500 Hausanschlüsse mit sauberem Trinkwasser. Wie 80 % der Baden Württembergischen Kommunen, sind auch die Stadtwerke Bad Krozingen an die kommunale Lösung von Komm.ONE angeschlossen.

Von Ausweisdokumenten bis hin zur Wasserabrechnung, verwaltet das Rechnungszentrum die Daten der Kommunen. Bis dato wurden die Verbrauchsdaten zu Jahresende über ein Dienstleistungsunternehmen manuell in das SAP-System eingespielt. Für den Versorger war das sehr aufwendig. Das war Auslöser, die Abläufe effizienter zu gestalten. Beispielsweise wurden die Zählerstände nur alle sechs Jahre vor Ort abgelesen und in den Jahren dazwischen wurden die Haushalte ersucht, ihre Verbrauchsstände zu übermitteln.

Das funktionierte jedoch nicht wie gewünscht und auch die physische Erreichbarkeit der Kunden war häufig nicht gegeben. Sind die Verbrauchsstände der Wasserzähler nicht bekannt, müssen Schätzungen durchgeführt werden. Dies führt im Nachgang unweigerlich zu Diskussionen. Hatte man alle Verbrauchsstände aufwendig erfasst, wurden diese an einen Dienstleister übermittelt. Dort wurden die Daten aufbereitet und in das Rechenzentrum exportiert. So groß auch schon längere Zeit der Schrei nach einer Modernisierung und effizienteren Gestaltung dieser Prozesse war, so langsam mahlten auch die Mühlen.

Nach einem Erstkontakt auf der IFAT 2014 kamen die Stadtwerke Bad Krozingen zum ersten Mal mit den fernauslesbaren Ultraschall-Wasserzählern von Kamstrup in Kontakt. Nach einer Zeit der Ideenfindung wurde öffentlich ausgeschrieben und die Firma Kamstrup überzeugte durch seine Leistungsfähigkeit und landete in einer Matrix-Bewertung ganz oben.

Auch die Bedenken beim Preis konnten aus der Welt geschafft werden, da nach einer Kalkulation von Christian Thomann, Dezernent Finanzen, Wasserversorgungsbetrieb der Stadtwerke Bad Krozingen, der Ultraschall-Wasserzähler pro Jahr nicht teurer ausfiel und dazu noch jede Menge Vorteile brachte. Der Preis war wesentlich in der Betrachtung, damit der Endkunde keine höheren Kosten zu tragen hat. Jetzt profitiert der Verbraucher davon, dass er zusätzlich einen absolut korrekten Zählerstand bekommt und keinen eigenen Aufwand mehr hat.

„Jetzt können wir eine Auswertung direkt über das Kamstrup Programm durchführen.”

Christian Thomann, Dezernent Finanzen, Stadtwerke Bad Krozingen

Komplett-Rollout bis 2022

2017 wurden die ersten Ultraschall-Wasserzähler MULTICAL® 21 installiert, bereits die Hälfte ist schon umgestellt und in zwei Jahren ist der komplette Rollout abgeschlossen. „Wir sind sehr zufrieden“, sagt Thomann. Die Wassereinsparungen kann der Versorger erst nach einer kompletten Umstellung einschätzen.

Die Auslesung erfolgt per Drive-by einmal jährlich über die Auslesesoftware READy und zusätzlich wird unterjährig das Versorgungsgebiet hin und wieder abgefahren, wobei hier der Servicegedanke des Versorgers im Vordergrund steht. Der Versorger hat bereits einige Leckagen festgestellt und zwei Mal wurde bereits ein ausgebauter Zähler entdeckt. Als weiteren Pluspunkt geben die Stadtwerke an, dass die Zählerdaten im Zweifelsfall ein Jahr rückwirkend detailliert nachvollzogen werden können.

Vorteile durch Modernisierung und Optimierung der Betriebsabläufe

Der direkte Weg vom Wasserversorger zum Rechenzentrum

Nachdem über die Auslesesoftware READy die Daten per Knopfdruck im System erhältlich sind, suchte der Versorger nach einer Möglichkeit, unabhängig zu sein und die Daten direkt an das Rechenzentrum zu übermitteln. Das erforderte die Aufbereitung der Daten für das SAP-Programm KMV (Kommunalmasterveranlagung) sowie die Bereitschaft von Komm.ONE erstmalig nicht über einen Drittdienstleister, sondern direkt mit dem Wasserversorger einen Vertrag abzuschließen.

Damit die Daten in das SAP-System eingebunden werden können, hat der Versorger ein Datenblatt entwickelt. Auf dessen Grundlage konnte Kamstrup die Programmierung so vornehmen, dass der Export von READy für das Rechenzentrum auswertbar ist. „Jetzt können wir eine Auswertung direkt über das Kamstrup Programm durchführen“, freut sich der Versorger. 2019 hat das bereits ausgezeichnet geklappt.

Bis die vollständige Automatisierung erfolgt ist, erhält das Rechenzentrum die einzuspielende Datei. Geplant ist, dass es künftig eine Schnittstelle gibt, wo die Daten seitens des Wasserversorgers direkt exportiert werden können.

Über das Projekt

  • 2017 – 2022 Rollout von 4.500 Ultraschall-Wasserzählern MULTICAL® 21
  • Auslesesoftware READy Drive-by
  • Datenaufbereitung und direkte Datenübermittlung an das SAP-Programm KMV

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