Vom verstaubten Image zum serviceorientierten Wasserversorger

Wasserverband Grazerfeld Südost und Umland Graz, Österreich

Umstellung auf fernauslesbare Ultraschall-Wasserzähler für mehr Servicequalität

Mit rund 400 km Wasserleitungsnetz und 7.500 Anschlüssen versorgt der Wasserverband Grazerfeld Südost 30.000 Verbraucher mit jährlich ca. 1,2 Mio. m³ Trinkwasser. Im Umland Graz gibt es ein ca. 65 km langes Wasserleitungsnetz, aus dem für ca. 50.000 Konsumenten pro Jahr ca. 2 Mio. m³ Wasser bereitgestellt werden.

Zu Beginn 2018 hat der Wasserverband Grazerfeld Südost entschieden, von mechanischen auf elektronische Ultraschall-Wasserzähler mit der Auslesesoftware READy Drive-by umzusteigen. Bisher wurden rund 1.600 Zähler getauscht, geplant sind bis Ende 2020 der Wechsel von ca. 2500 Geräten pro Jahr. „Das Auslesen funktioniert wunderbar“, bestätigt Geschäftsführer Dietmar Luttenberger.

Die Beweggründe für die Umtellung von den traditionellen mechanischen Zählern zur modernen Lösung sind vielfältig:

  • Das Unternehmen erhält eine moderne, genaue Mengenermittlung mit Fernauslesung
  • Sowohl Kunde als auch Wasserversorger erhalten relevante Statusmeldungen über Leckagen, Rückfluss, Manipulation etc.
  • Mithilfe der Statusmeldungen können Wasserverluste reduziert werden
  • Mit dem Inkrafttreten der Stichproben Verordnung für Wasserzähler können die modernen Ultraschall- Wasserzähler bis zu 15 Jahre durchgehend ohne Ausbau in Betrieb bleiben
  • Die elektronischen Ultraschall-Wasserzähler ermöglichen dem Unternehmen eine Service-Funktion und eine zeitgemäße Kundenkommunikation wahrzunehmen
  • Aufgrund des Einsatzes dieser modernen Technik kann die Arbeitszeit der Mitarbeiter effizienter gestaltet und für Service-Funktionen sowie für das Management des Rohrleitungsnetzes aufgewandt werden

Die Wahl des Anbieters war gut überlegt. Für eine Lösung von Kamstrup sprachen viele Kriterien, zählt Luttenberger auf:

  • Internationaler Konzern mit genormten Standards
  • Gespür für den Kunden
  • Möglichkeit zur Verarbeitung der exakt erfassten Verbrauchsdaten
  • Bedienbarkeit der Soft- und Hardware – einfache Plug & Play Lösung
  • Höchster Standard beim Datenschutz
  • Schnittstellen zu Abrechnungssystemen
  • Support
  • Philosophie das Produkt weiterzuentwickeln und fit für die Herausforderungen der Zukunft zu machen

Der Service-Gedanke steht im Vordergrund

Der Versorger will in puncto Kundenkommunikation etwas ändern. “Wir möchten weg vom verstaubten Image einer Daseinsvorsorge hin zu einem modernen serviceorientierten Wasserversorger”, ist dem Geschäftsführer wichtig. Dazu ist die jährliche Ablesung zu wenig und wird künftig quartalsweise durchgeführt. Ganz wichtig ist dem Unternehmen dabei die Einhaltung des Datenschutzes und insbesondere der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO).

Für die Abfrage im Haushalt oder in einem Unternehmen, bietet der Wasserverband Grazerfeld Südost seinen Kunden die Möglichkeit, ein Geo-Display zu erwerben. Damit erhalten diese einen einfachen Überblick über ihren Verbrauch, können ihr Verbrauchsverhalten optimieren, Unregelmäßigkeiten feststellen und etwaige Schäden frühzeitig feststellen.
Die Erfahrung des Geschäftsführers ist, dass bis dato die Kunden immer wieder die Richtigkeit des Wasserzählers angezweifelt haben, weil sie sich den hohen Verbrauch nicht erklären konnten. Mit den Ultraschall-Wasserzählern erhält der Wasserversorger nun auch eine Argumentation, um dem Kunden seinen Wasserverbrauch exakt aufzuschlüsseln und defekte Hausinstallationen einfach zu erkennen. „Ich erwarte mir daraus ein anderes Verständnis unserer Kunden“, so Luttenberger.

"Wir sehen uns in der Pflicht, dem Kunden mitzuteilen, wenn es Unregelmäßigkeiten gibt. Die Wasserversorger müssen sich mehr in Richtung Service-Unternehmen orientieren.”

– Dietmar Luttenberger, Geschäftsführer, Wasserverband Grazerfeld Südost und Umland Graz

Wasserzähler mit Köpfchen

Sogenannte Info Codes geben Alarme bei Unregelmäßigkeiten wie beispielsweise Leckage, Manipulation oder Rückfluss. In der Region sind viele Hausinstallationen an einen eigenen Brunnen angeschlossen. Mit der Statusmeldung Rückfluss wird aufgezeigt, ob etwas nicht in Ordnung ist und Wasser wieder zurück in das Leitungsnetz fließt. Somit können frühzeitig etwaige Verunreinigungsherde aufgezeigt werden.

Auch die Erfassung der Wasser- und Umgebungstemperatur bringt dem Versorger Vorteile. Mit der Wassertemperatur lässt sich feststellen, ob das Wasser schon zu lange in der Leitung steht. Luttenberger erklärt, dass an manchen Stellen das Wasserleitungsnetz direkt neben dem der Fernwärme liegt und hier besonders auf die Temperatur zu achten ist.

Ausblick

Luttenberger plant Ende 2019 die Schnittstelle zur Wasserabrechnung sowie die Einführung eines Kommunikationstools mittels Handy, E-Mail oder App, womit den Verbrauchern Service-Funktionen zur Verfügung stehen. Ähnlich wie im Strombereich möchte der Geschäftsführer seinen Kunden die Möglichkeit geben, ihren Wasserverbrauch zu optimieren und defekte Hausinstallationen frühzeitig ausfindig zu machen.

In topographisch geeigneten Gebieten geht der Versorger einen Schritt weiter und plant ein Fixed Network aufzubauen, um das Rohrleitungsnetz zu überwachen und besser zu managen, Wasserverluste einzudämmen und auf Abweichungen besser reagieren zu können. Durch die Bodenbeschaffenheit ist es schwierig, Leckagen zeitnahe zu erkennen und zu detektieren, da das Wasser bei Schotterboden leicht einsickert und nicht hochgedrückt wird. Mithilfe des Fixed Networks erwartet er sich ein rascheres Detektieren von Leckagen sowie Rohrbrüchen und somit eine Einsparung von Wasserverlusten. Luttenberger bezieht sich auf ein Zitat von Henry Ford: “Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist.”

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