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Der Zweckverband Gruppenwasserwerk Florenberg war der erste Wasserversorger in Deutschland, der bereits 2012 sein komplettes Messwesen auf intelligente Ultraschall-Wasserzähler umstellte. Die Verbrauchsdaten werden seitdem via Funk, auf den Tag genau, im Vorbeifahren mit dem Auto ausgelesen.

Heute sind die Ultraschall Wasserzähler von Kamstrup beim osthessischen Wasserversorger nicht mehr wegzudenken. Das Wasserwerk Florenberg versorgt ca. 20.000 Kunden jährlich mit rund 900.000 m3 Trinkwasser. Insgesamt sind 4.900 Ultraschall-Wasserzähler des Herstellers Kamstrup von Q3 2,5 bis Q3 100 installiert.

Effizienz im Betrieb
Vordergründig für den Umstieg auf statische Wasserzähler war für den Wasserversorger die Optimierung der betrieblichen Abläufe sowie die damit verbundene Kosten- und Zeitersparnis. Vor allem die Qualität und der Prozess haben sich enorm verbessert, es sind so gut wie keine Nacharbeiten und Kundenreklamationen notwendig. Die konkrete Herausforderung des Versorgers war es, dass sehr wenige Mitarbeiter immer mehr Aufgaben zu bewältigen hatten. Für die Auslesung des rund 45 km2 großen Versorgungsgebietes benötigen seitdem zwei Angestellt, je nach Witterungsverhältnissen, ein bis zwei Tage. Zuvor waren bei der manuellen Ablesung ca. 12 Mitarbeiter drei Wochen lang, meist in den Abendstunden, unterwegs.  Die Datenauswertung war dabei teils lückenhaft bzw. unplausibel. Durch weitere Ablesevorgänge können wir darüber hinaus präzise Wasserverlustanalysen unter Einbindung unseres Prozessleitsystems erstellen und daraus Sanierungsstrategien ableiten”, führt Betriebsleiter Stephan Hahn, Zweckverband Gruppenwasserwerk Florenberg, aus.

Im Zeichen der Qualität
Ziel des innovativen Wasserversorgers ist der Aufbau eines Qualitätsmanagementsystems. Anfangs wurde der Wasserverbrauch nur jährlich abgelesen. 

2016 wurden die Wasserstände bereits 4 x jährlich erfasst und ab diesem Jahr arbeitet das Wasserwerk mit Monatswerten. “Damit erwarte ich mir einen besseren Überblick über mein Versorgungsnetz, unerlaubte Wasserentnahmen und Leckagen. Zukünftig sollen uns monatliche Wasserverlustanalysen dabei unterstützen, Schwachstellen im Versorgungsnetz zu erkennen, um schneller entsprechende Reparaturmaßnahmen vornehmen zu können“, argumentiert der Betriebsleiter. Der Ultraschall-Zähler übermittelt Infocodes, die über Leckagen, Rohrbrüche, Rückwärtsdurchflüsse und Manipulationsversuche Auskunft geben. So können Rückschlüsse auf die Funktion der Sicherheitseinrichtungen beispielsweise defekte Rückflussverhinderer oder unzuverlässige Querverbindungen von Brauch- und Trinkwasseranlagen, in der Kundenanlage abgeleitet und so mögliche Gefahrenquellen für die öffentliche Trinkwasserversorgung erkannt werden.

Zukunftsweisend

Der verantwortungsvolle Umgang mit der lebensnotwendigen Ressource Wasser ist ein bedeutendes Thema. Der Wasserversorger arbeitet mit der envi-systems GmbH, einem Ingenieurbüro für Umweltinformatik, gemeinsam an einem Bürgerportal, um den Mehrwert auch an die Verbraucher weitergeben zu können. Ziel hierbei ist es, Potenziale der Wassereinsparung aufzuzeigen und auf defekte Hausinstallationen aufmerksam zu machen.

Hygienisch einwandfrei
Vom Thema Pseudomonas aeruginosa, das seit Herbst 2014 in den Medien kursiert, ist der Wasserversorger aus Künzell verschont geblieben. “Verkeimungen waren für uns kein Problem, da wir bereits seit 2012 die optimal verpackten und desinfizierten Ultraschall-Zähler in Verwendung hatten, die Keimen keinen Nährboden geboten haben. 

 


Alle in den sogenannten öffentlichen Hausinstallationen durchgeführten mikrobiologischen Analyseergebnisse bescheinigten unserem Unternehmen eine keimfreie Trinkwasserqualität”, so Stephan Hahn. In Sachen “Umweltfreundlichkeit“ war die Bleifreiheit und die dementsprechende DVGW W421-Zertifizierung Mitentscheidungsgrund für die Auswahl des dänischen Herstellers.

Auswahl und Bemessung von Wasserzählern
Nachdem die öffentliche Debatte um das Nachlaufverhalten von mechanischen Zählern nachgelassen hatte, führte die Veröffentlichung des DVGW Arbeitsblattes W 406 zur Auslegung von Messeinrichtungen, erneut zu Unsicherheiten bei Anschlussnehmern und Wasserwirtschaft. Beim Gruppenwasserwerk war die Konsequenz eine strategische Neuausrichtung des Zählerwesens. Es wurden ausnahmslos Q3 2,5 Zähler bei bis zu 16 Wohneinheiten eingesetzt. In der Praxis zeigte sich, dass sich ein besseres Messergebnis im Qmin-Bereich ergab. Darüber hinaus ist zu berichten, dass die von manchen Wasserversorgern befürchteten nachteiligen Auswirkungen hinsichtlich Durchflussleistung und Fließdruck beim Anschlussnehmer nicht nachgewiesen werden konnten. Ein weiteres Plus ist langfristig gesehen eine weitere Kostenersparnis hinsichtlich zukünftiger Stichprobenverfahren durch einheitliche Zählergrößen. Mit Spannung erwartet das Gruppenwasserwerk Zweckverband Florenberg bereits 2018 die erste Stichprobenprüfung.

“Durch die elektronischen Wasserzähler erhalten wir quasi als Mehrwert zur Jahresabrechnung des Trinkwasser-verbrauches einen exakten, stichtagsgenauen Überblick über unser Versorgungsgebiet zum 31.12. des Jahres.”

Betriebsleiter Stephan Hahn, Zweckverband Gruppenwasserwerk Florenberg

 

Gruppenwasserwerk Florenberg in Künzell, Deutschland
Projekt:

Installation von 4.900 intelligenten Wasserzählern mit Fernlesefunktion
Kontakt:
Zweckverband Gruppenwasserwerk Florenberg
Stephan Hahn, Betriebsleiter
E-Mail: wasserhahn@gww-florenberg.de
Kamstrup A/S Deutschland
Ingo Bluhm, Vertriebsingenieur &
Sales Coach WSS
T: +49 6152 957 2498
E-Mail: ibl@kamstrup.de

Stand: März 2016

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