Umfassender Smart Metering-Rollout mit Blick fürs Detail

Radius, Teil der Ørsted Group, Dänemark

Von Anfang an war „Planung“ das Schlüsselwort für die Kooperation zwischen Kamstrup und Radius beim Rollout und Betrieb von 1 Million fernauslesbaren Stromzählern. Dadurch lag das Projekt trotz seiner enormen Größe und Komplexität zeit- und budgetmäßig immer im Rahmen. Kurz vor Betriebsstart arbeitet Radius nun daran, den Nutzen der umfangreichen Zählerdaten zu maximieren.

Weniger als 10 % der Zähler müssen noch ausgetauscht werden. Damit beginnt für den dänischen Energieversorger Radius gerade die letzte Phase des größten Smart-Metering-Projekts in Nordeuropa. Der Umfang ist aber nicht das einzig Besondere an diesem Projekt. Dank äußerst sorgfältiger Vorbereitung verläuft alles planmäßig. Und zwar gleichermaßen in Bezug auf Zeitrahmen, Budget und Sicherheitsniveau, drei der maßgeblichen Erfolgskriterien von Radius für das Projekt. Das liegt zum größten Teil an der sorgfältigen Planung, die Teil der Ausschreibung war.

„Entscheidend für ein Projekt dieser Größenordnung ist die Planung. Die Zähler müssen rechtzeitig geliefert werden, verschiedene IT-Systeme müssen zusammenarbeiten und alle strukturellen Voraussetzungen für den Rollout müssen gegeben sein, bevor wir 1 Million Kunden vor Ort besuchen. Es geht um Planung, Planung und nochmals Planung“, sagt Steen Hansen, Senior Manager bei Radius.

Komplexität erfordert Zeit

Aufgrund der Komplexität des Projekts, mit einer Vielzahl von Integrationen über verschiedene IT-Systeme hinweg, sah der Projektplan explizit Zeit für Tests zu Beginn und während des gesamten Projekts vor. „Die Integrationsarbeiten folgten strengen Regeln, mit Subtests, Werkstests, Standorttests und gemeinsamen Tests. Außerdem standen – sowohl bei Kamstrup als auch bei Radius – Testmanager zu Verfügung, die alles akribisch prüften und die Wichtigkeit der Zusammenarbeit wirklich verstanden“, erklärt Steen Hansen.

Das IT-System benötigt dabei immer noch die größte Aufmerksamkeit. „Das System muss auch bei 1 Million Zähler noch genug Leistung bieten. Schließlich dient das Projekt dem Ziel, die Zählerdaten von 1 Million Stromkunden zu erfassen, sie zu validieren und an das nationale DataHub-System weiterzuleiten, das Zählerdaten zu Abrechnungszwecken erhebt.“

Der Umfang des Projekts und sein bisheriger Erfolg hat großes Interesse von Verteilnetzbetreibern weltweit geweckt, die mehr über den Ansatz von Radius erfahren wollen. Und natürlich teilt das Unternehmen die gewonnenen Erfahrungen gerne. „Statt auf die Spezifikationen für unsere Zähler- und Kommunikationslösung, konzentrierten wir uns auf das große Ganze: die Zählerdaten, die wir benötigen, um die Anforderungen der Welt um uns herum erfüllen zu können. Und Kamstrup übertrifft in der Tat alles, was wir in unserem Vertrag festgelegt hatten“, sagt Steen Hansen und fährt fort: „Dass die Wahl auf intensiv getestete Standardprodukte fiel, war eine bewusste Entscheidung – und ist natürlich auch ein Grund dafür, warum wir im Budget liegen.”

Ursprünglich sollten 1.500 Zähler jeden Tag installiert werden – an sich schon ein ehrgeiziges Ziel – aber an guten Tagen erreicht die Zahl der ausgetauschten Zähler auch einmal 2.500. „Kamstrup ersetzt mehr als 40.000 Zähler pro Monat an 20 Arbeitstagen. Das ist äußerst beeindruckend! Auf diese Leistung kann man zu Recht stolz sein“

Steen Hansen, Senior Manager bei Radius

2.500 Zähler pro Tag

Ursprünglich sollten 1.500 Zähler jeden Tag installiert werden – an sich schon ein ehrgeiziges Ziel – aber an guten Tagen erreicht die Zahl der ausgetauschten Zähler auch einmal 2.500. „Kamstrup ersetzt mehr als 40.000 Zähler pro Monat an 20 Arbeitstagen. Das ist äußerst beeindruckend! Auf diese Leistung kann man zu Recht stolz sein“, sagt Steen Hansen.

Als Radius sich entschied, das Projekt als schlüsselfertige Lieferung auszuschreiben, geschah dies teilweise wegen der gewaltigen logistischen Aufgabe, die das Unternehmen als wesentlich für den Erfolg des Rollouts ansah. „Sollte der Zähleranbieter plötzlich nicht liefern können, würden bei uns 180 Mitarbeiter nicht weiterarbeiten können. Der Rollout käme zum Erliegen. Dieses Risiko sollte man nie unterschätzen. Wir brauchen die Zähler, damit die Installateure den Austausch bei den Verbrauchern durchführen können. Kamstrup hat diese Herausforderung perfekt gemeistert.“

Jetzt, wo der Rollout fast abgeschlossen ist, hat sich die Planung ganz klar ausgezahlt: Alle wichtigen Projekt-Meilensteine wurden erreicht.

Über das größte Smart-Metering-Projekt in Nordeuropa

Daten ändern die Spielregeln

Nachdem stündliche Werte der ersten 900.000 Zähler bereits eingehen, beginnt Radius, sich auf die Nutzung der erhaltenen Daten zu konzentrieren. „Die großen Datenmengen ermöglichen uns ein tiefergehendes Verständnis für die Last in unserem Niederspannungsnetz. Zudem können wir dadurch besser Stromdiebstahl erkennen, Fehler beseitigen und unseren Kunden erklären, was bei Ausfällen zu beachten ist, damit wir in der Lage sind, Störungen schneller zu beheben,“ sagt Steen Hansen.

Die neuen Zähler bieten einen weiteren, sehr konkreten Vorteil: Dank ihres integrierten Schutzschalters kann Radius eine Ferntrennung und - wiederaktivierung vornehmen. „Keinen Mitarbeiter zum Kunden vor Ort schicken zu müssen, ist ein wichtiger Business Case für uns. Heute führen wir jeden Monat zwischen 200 und 250 Trennungen und die gleiche anzahl an Wiedereinschaltungen durch. Das ergibt erhebliche Einsparungen – ganz zu schweigen von der Möglichkeit, gegebenenfalls schnell reagieren zu können.“

Eine intelligentere Planung des Stromnetzes durch Digitalisierung und mehr Details über das Stromnetz sind ebenfalls Punkte, mit denen Radius sich beschäftigt. Steen Hansen nennt es „die neue Welt“. „Wenn es zum Beispiel einen Boom bei Elektroautos gibt, können wir mit unseren Daten schnell analysieren, wo zuerst Maßnahmen erforderlich sind, unbekannte Engpässe identifizieren und möglicherweise die Last gleichmäßiger verteilen. Auf diese Weise können wir unsere Ressourcen und Investitionen der Erweiterung des Stromnetzes zugutekommen lassen.“

Mehr Daten führen auch zu neuen Möglichkeiten für verbraucherorientierte Initiativen, ein Bereich, der in den nächsten Jahren an Bedeutung gewinnen dürfte. „Tageszeitabhängige Tarife werden es uns ermöglichen, einen Teil des Verbrauchs auf Zeiten geringerer Nachfrage zu verlagern und somit für eine gleichmäßige Auslastung des Stromnetzes zu sorgen. Das ist einer der Aspekte, mit denen wir uns nun befassen. Grundlage bilden die umfangreichen Möglichkeiten aufgrund der großen Datenvolumen durch die neuen Zähler.“

Wenn den Kunden genügend Anreize für einen gleichmäßigeren Verbrauch geboten werden, bedeutet das für Radius als Verteilnetzbetreiber erhebliche Vorteile. „Vielleicht können wir eine Erhöhung der Kapazität im Stromnetz vermeiden oder wenigstens einige Investitionen verschieben. Das ändert die Spielregeln völlig und eröffnet ein großes Optimierungspotenzial.“

Radius erhält:

  • Zählerdaten gemäß den SLA-Anforderungen (Service Level Agreement)
  • Kamstrups Smart Metering-System OMNIA mit intelligenten Stromzählern und Radio Mesh/P2P-Kommunikationstechnologie
  • Integrationsmöglichkeiten in das MDM-System von Landis & Gyr, SAP, das Geräteaustausch-Managementsystem und Verbraucherportal
  • Vollständige Installation von Zählern und Infrastruktur, einschließlich Planung und Kundenservice für Verbraucher
  • Vollständige IT-Einrichtung mit zusätzlicher Sicherheit
  • Betrieb von Zählern und System bis 2035
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