Neun Versorgungsunternehmen
– eine Smart-Grid-Plattform

MV-Gruppe, Dänemark

Die Investition in ein gemeinsames intelligentes Multi-Utility System hat nicht nur erhebliche Vorteile und Einsparungen für die Mitglieder der MV-Gruppe und deren Kunden gebracht. Dank der Flexibilität des Systems konnten auch eine Reihe kleinerer Versorgungsunternehmen Teil des Projektes werden.

Als sich 2013 die in der MV-Gruppe zusammengeschlossenen Versorgungsunternehmen entschieden, in eine umfangreiche Smart-Grid-Plattform für die gemeinsame Auslesung und Verwaltung von Verbrauchsdaten zu investieren, war die Motivation hauptsächlich finanzieller Art. Allerdings sollte die Multi-Utility Lösung bald andere, weitreichendere Vorteile aufweisen. Heute umfasst die MV-Gruppe neun große Mitglieder sowie etliche kleinere Unternehmen, die alle von den Vorteilen der Zusammenarbeit profitieren.

Von einer cleveren Idee zu einer intelligenten Lösung
Der Stromversorger RAH Service spielte kurzzeitig mit dem Gedanken an ein Smart Grid, doch der Anreiz, das Vorhaben in die Tat umzusetzen, kam in Form der gesetzlichen Anforderung für fernauslesbare Stromzähler bis 2020. 

Die Idee, eine gemeinsame Lösung auf die Beine zu stellen, entstand bei einer Tasse Kaffee mit den Wasser- und Wärmeversorgern aus der Nachbarschaft. Die Gerüchte über eine Zusammenarbeit verbreiteten sich schnell, und im Nu waren acht Versorgungsunternehmen in das Projekt eingebunden. Bald darauf wurde die MV-Gruppe Realität.

Hauptmotivation war die Aussicht auf ein gemeinsames Vergabeverfahren für den Austausch des mechanischen Zählerparks, aber auch die Möglichkeit, den Verbrauchern eine gemeinsame Plattform für alle Versorgungsarten zu bieten, spielten eine wichtige Rolle. 
 
„Ursprünglich dachten wir, dass wir umso bessere Vertragskonditionen erhalten würden, je mehr Zähler wir haben. Doch für uns war es genauso wichtig, unseren Kunden eine gemeinsame Plattform bereitstellen zu können, die an einer zentralen Stelle den Energie- und Wasserverbrauch der Haushalte zeigt“, sagt Lars Kristensen, Contract Manager bei RAH Service.
 
Heute werden alle 192.000 Messpunkte per Fernzugriff ausgelesen und in einem intelligenten System verwaltet, das alle Versorgungsarten abdeckt und den Versorgungsunternehmen umfangreiche Betriebsdaten zur Verfügung stellt. Nicht nur das System selbst befindet sich im gemeinsamen Besitz der inzwischen neun großen Unternehmen des Konsortiums, sondern auch die gesamte Infrastruktur, die aus einem Funknetzwerk besteht.

„Es ist für uns von entscheidender Bedeutung, dass das System die Daten für jedes Versorgungsunternehmen strikt voneinander trennt. Dank dieser Struktur können wir schnell weitere Unternehmen hinzufügen, wann und wo wir wollen, ohne die Sicherheit und den Datenzugriff zu kompromittieren“, 
erklärt Lars Kristensen.

Große Vorteile auch für kleine Versorger

Einige der Gründungsmitglieder haben verschiedene Formen der Zusammenarbeit für die Datenerfassung, Verwaltung und Rechnungslegung mit kleineren Versorgungsunternehmen in ihrem lokalen Gebiet geschaffen. Obwohl die Versorgungsunternehmen die gleiche Lösung nutzen, sind das System und Hosting so konfiguriert, dass die erfassten Zählerdaten strikt voneinander getrennt sind. Dadurch wird die Einhaltung der Datenschutzgesetze sichergestellt.
 
Das Interesse an einer Zusammenarbeit wird nicht nur durch das finanzielle Potenzial und die technische Lösung gefördert, sondern auch, weil sich den Unternehmen die Gelegenheit bietet, Erfahrungen auszutauschen und kompetentes Feedback zu erhalten. „Besonders die kleineren Versorgungsunternehmen wollen Teil einer Gemeinschaft mit einem gemeinsamen Anliegen sein – sowohl um ihre Position zu stärken als auch um Unterstützung zu finden“, erläutert Lars Kristensen.

Geringere Betriebskosten und bessere Versorgungsqualität

Der Umstieg auf Fernauslesung hat zu wesentlich geringeren jährlichen Kosten für alle neun Versorgungsunternehmen geführt. So erfolgt die zuvor manuelle jährliche Zählerauslesung jetzt automatisch, und die Leckageüberwachung ist effizienter und integraler Teil des Systems.
 
Die Kosten für den Betrieb und die Überwachung der Zähler sind ebenfalls gesunken. Darüber hinaus führt die Implementierung eines vollständig neuen Systems dazu, dass weniger Mitarbeiter für den Außendienst benötigt werden. "Natürlich haben wir unsere Kosten reduziert, weil die Zähler nun alle unter einem System zusammengefasst sind, ganz im Gegensatz zu früher, als wir drei Systeme betreuen mussten“, stellt Lars Kristensen fest.
 
Die großen Datenmengen, die das System liefert, erlauben den Versorgungsunternehmen auch einen deutlich besseren Überblick über das Netzwerk und den Verbrauch der Endnutzer, sodass sie die Versorgung besser überwachen und optimieren können. Außerdem sind sie in der Lage, Fehler, die ihnen zuvor nicht zwangsläufig aufgefallen wären, schnell zu erkennen und zu korrigieren.

„Wir sind nun in der Lage, sofort Maßnahmen zu ergreifen. In der Vergangenheit konnten viele Jahre vergehen, bevor wir gemerkt haben, dass etwas nicht stimmte. Das gelang immer nur dann, wenn wir physischen Zugang zum Zähler hatten. Gespräche mit Kunden über Nachzahlungen und was richtig und angemessen ist wurden dadurch sehr schwierig.“
 
Letztlich ermöglichen die großen Datenmengen eine genauere Dimensionierung des Versorgungsnetzes. Lars Kristensen erklärt: „Die Berechnungen unserer Techniker basieren jetzt auf Fakten aus dem Netzwerk anstatt auf Schätzungen. Somit können wir uns viel stärker am tatsächlichen Bedarf orientieren, und hierin steckt echtes Einsparpotenzial.“
 
Das gesamte Projekt zeichnete sich durch eine enge Zusammenarbeit zwischen Kamstrup und der MV-Gruppe aus. Ein direktes Ergebnis ist der Aufbau eines Performance Centres auf Wunsch der Techniker in der MV-Gruppe, die fanden, dass sie ihre Aufgabe effizienter erledigen könnten, wenn sie eine bessere Übersicht über jeden Zähler und dessen Leistung hätten.

Im Performance Centre können sich die Mitarbeiter von RAH Service über den Status der Datenerfassung auf dem Laufenden halten. Zudem erhalten sie jeden Tag eine Maßnahmenliste, um ihre Einsätze einfach zu priorisieren.
 
„Das Performance Centre und speziell die Maßnahmenliste helfen uns enorm bei unserer täglichen Arbeit“, erklärt Lars Kristensen.
 
Kundenunterstützung auf Basis von stündlichen Werten 
Die Versorgungsunternehmen konnten auch ihren Kundendienst erheblich verbessern. „Zweifellos haben wir beträchtliche Einsparungen erzielt, aber vielleicht noch wichtiger für uns ist der Service, den wir unseren Kunden bieten. 

Wenn sie Fragen zu ihrer Rechnung oder ihrem Verbrauch haben, können wir nun anhand der stündlichen Werte detailliert darauf eingehen“, sagt Lars Kristensen.

Trend zu Echtzeitdaten

Ungefähr ein Jahr nach Beginn der operativen Phase für den Großteil der Lösung liegt der Fokus noch immer darauf, die Daten, die den Versorgungsunternehmen inzwischen zur Verfügung stehen, optimal zu nutzen, um alle Vorteile auszuschöpfen. Wenn er in die Zukunft blickt, hat Lars Kristensen keinen Zweifel, in welche Richtung sich die Versorgungsbranche bewegt: 

„Die Entwicklung geht immer mehr zu Echtzeitdaten. Und offenbar werden wir umso spezifischer und effizienter, je näher wir der Realität hier und heute kommen.“ 

9 Versorgungsunternehmen – 192.000 Messpunkte


Bereitstellung durch Kamstrup

  • Smart-Grid-Plattform des Typs OMNIA
  • Wechselstrom- und Drehstromzähler des Typs OMNIPOWER
  • Intelligente Wasserzähler
  • Wärmezähler des Typs MULTICAL 402
  • Service-, Support- und Betriebsvereinbarung
  • Fernauslesung mit Radio Mesh-Netzwerk und GPRS 
  • Intelligente Leckageüberwachung
  • Performance Centre zur einfachen Übersicht der Datenerfassung sowie Auskunft darüber, welche Zähler und Netzwerkkomponenten beobachtet werden sollten
  • Zeitrahmen: Der Rollout begann im Sommer 2014, und der Großteil der Zähler sowie das Funknetzwerk sind seit Sommer 2016 in Betrieb.
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