Je mehr Daten Sie besitzen, desto größeren Mehrwert können Sie schaffen

Zählerdaten bedeuten Wissen. Ohne detaillierte Informationen über den tatsächlichen Status des Netzes und des Energieflusses im System können Wärmeversorger nicht wissen, an welchen Stellen sie ansetzen und wie sie das evaluieren sollen. Kurz gesagt: Was Sie nicht messen, können Sie nicht optimieren – und mit häufigerer Datenerfassung vergrößert sich auch die zur Optimierung nutzbare Basis und der Mehrwert, den Sie schaffen können.

Neun Beispiele für datenbasierte Optimierung

Das Wissen, das sich durch eine regelmäßige Erfassung der Zählerdaten ergibt, bietet eine Vielzahl von potenziellen Vorteilen, von denen Wärmeversorger bei ihrer täglichen Arbeit profitieren. Im Folgenden finden Sie einige der relevantesten Anwendungsgebiete – heute und in der Zukunft.

Einnahmensicherung

Eine häufige Datenerfassung gewährleistet eine stets aktuelle und genaue Basis für die Abrechnung und ermöglicht den Versorgungsunternehmen die volle Kontrolle über ihre Einnahmen. So sind Sie zum Beispiel in der Lage, den Verbrauch der Nutzer engmaschig zu überwachen, um festzustellen, ob er sich wie erwartet entwickelt. Auf diese Weise lassen sich Betrugsversuche und andere Unregelmäßigkeiten frühzeitig erkennen. Darüber hinaus erlaubt eine häufige Datenerfassung eine kontinuierliche Überwachung der Zähler, sodass eine rasche Erkennung und Korrektur von Fehlern, beispielsweise ein defekter Temperaturfühler, sichergestellt wird.

Verbesserter Kundenservice

Smart Metering fördert einen proaktiveren Dialog mit den Nutzern, weil die Versorgungsunternehmen ihren Kunden die Folgen ihres Verbrauchsverhaltens besser verdeutlichen und ihnen datenbasierte Tipps zur individuellen Energieoptimierung geben können. Das ist ein zentraler Punkt, wenn es darum geht, dass die Fernwärme ihre Stellung als attraktives und wettbewerbsfähiges Produkt weiterhin behält. 

Ermittlung von fehlerhaften oder falsch angepassten Trafostationen

Regelmäßige Daten ermöglichen Ihnen, Verbesserungspotenzial zu erkennen und die betreffenden Nutzer proaktiv zu kontaktieren, um sie bei der Optimierung ihrer Heizungsanlagen zu unterstützen.
Schätzungsweise verbessern sich 75 % aller Trafostationen in puncto Effizienz und Probleme lassen sich durch stündliche Messwerte von intelligenten Zählern identifizieren lassen.
  
Gadd, H. (2014). Die Analyse von Messungen bedeutet Wissen!

Überwachung der Temperaturwerte im Verteilungsnetz

Die Temperaturen im Verteilungsnetz müssen gesenkt werden, um die Energieeffizienz zu verbessern und um die passenden Voraussetzungen für die Integration von beispielsweise Solar- und Wärmepumpen im Netz zu schaffen. Eine häufige Datenerfassung liefert Ihnen aktualisierte Online-Informationen über die tatsächlichen Temperaturen im Netz. Das ist die Grundlage zur Bestimmung des geringsten annehmbaren Werts der Vorlauftemperatur, um Ihren Kunden noch einen zufriedenstellenden Service zu bieten. Dies ist besonders wichtig in Niedertemperatur-Fernwärmenetzen, wo es oft darauf ankommt, die Temperatur je nach Jahreszeit um ein paar Grad anzupassen. Außerdem können Sie Nutzer, die eine zu hohe Rücklauftemperatur verursachen, schnell ausfindig machen, kontaktieren und beraten.


Fallbeispiel von Assens Fernwärme ansehen

Leckerkennung

Einige Energiezähler können sowohl den Vor- als auch den Rückfluss messen, was den Versorgungsunternehmen ermöglicht, Gebäude zu identifizieren, in denen aufbereitetes Wasser vom Verteilungsnetz in Gebäuden oder Nebenstellen verloren geht. Die Leckrate zu überwachen und zu reduzieren, spart Kosten, die für das Einspeisen und Erwärmen von neu aufbereitetem Wasser in das System entstehen. Außerdem sind Sie dadurch in der Lage, Installationen ausfindig zu machen, bei denen das Eindringen von Wasser in das Fernwärmesystem Probleme mit der Qualität des aufbereiteten Wassers verursacht.

Fallbeispiel von Padborg Fernwärme ansehen

Ermittlung von Wärme- und Wasserverlusten

Durch Kombination der Endnutzer-Daten mit den Informationen strategischer Standorte im gesamten Verteilungsnetz, können Versorgungsunternehmen den Unterschied zwischen der in die einzelnen Netzzonen eingespeisten Energie und der tatsächlich in den Gebäuden verbrauchten Wärme feststellen. Somit ist es möglich, fortlaufend den Wärmeverlust zu überwachen und schnell die Entwicklungen eruieren.An strategischen Stellen im Netz können Energiezähler durch andere Messungen, etwa des Drucks, ergänzt werden, um noch detailliertere Informationen über das Netz zu liefern.

Fallbeispiel von Aarhus Fernwärme ansehen

Verbesserung der Endnutzereinbindung

Mit regelmäßiger Datenerfassung können Versorgungsunternehmen den Nutzern zusätzliche Services bieten, für das Online-Energie-Management oder ein Angebot die Heizungsanlagen der Kunden auf die energieeffizienteste Weise zu betreiben. Des Weiteren eröffnen Echtzeit-Zählerdaten die Möglichkeit, neue, moderne Abrechnungssysteme einzuführen, die eine energieeffizientere Wärmeversorgung unterstützen. Solche Systeme könnten womöglich darauf basieren, wie flexibel die Nutzer sind, anstatt auf deren Energieverbrauch. Sie dürften also mehr Wärme verbrauchen, wenn zu viel davon im Netz zur Verfügung steht, und müssten sich zu Spitzenlastzeiten mit dem Wärmespeicher begnügen.

Gebäudegestaltung

Vorherzusagen, wie Gebäude sich unter verschiedenen Gegebenheiten verhalten, wird ein zentrales Hilfsmittel sein, um die Produktion zu planen, die Gebäude als Wärmespeicher zu verwenden oder den Renovierungsbedarf zu evaluieren. Die Gestaltung von Gebäuden lässt sich anhand ihrer Wärmeprofile zur Kennzeichnung der Energieeffizienz und für Verbesserungsvorschläge nutzen. Wenn Sie wissen, dass ein Gebäude bei kaltem Westwind immer schlecht abschneidet oder dass es vorteilhaft wäre, die Fenster auszutauschen, sodass sie mehr Sonnenenergie aufnehmen können, wären Sie in der Lage, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die Energiebilanz zu verbessern.

Steuerung der Spitzenlast

Um wettbewerbsfähig zu bleiben und die Produktion zu optimieren, ist es oft wünschenswert, Nachfragespitzen zu minimieren. Intelligente Zähler lassen sich einsetzen, um die Leistung einer Heizungsanlage zu begrenzen. Dadurch wird der Nutzer dazu gezwungen seine Bedarfsspitze anzupassen. Dies kann die richtigen Umstände schaffen, um immer mehr Gebäude an das vorhandene Fernwärmesystem anzuschließen, ein äußerst wichtiges Thema, dem in der neuen EU-Energiepolitik künftig eine größere Bedeutung zukommen wird. Die Antwort kann nicht immer lauten, einfach alle Rohre im Boden zu erneuern, um die Kapazität zu verbessern, denn dadurch können die Kosten steigen, wodurch die Fernwärme weniger attraktiv wird.
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